Aktuelles
30.07.2010
Herzlichen Glückwunsch!

der NABU - Überlingen gratuliert der Stadtverwaltung Überlingens zu dem mutigen Schritt eine Baumschutzsatzung auf den Weg zu bringen. Sie ist ein richtiger und wichtiger Schritt Bäume nicht weiter der Profitgier und Willkür auszusetzen. Ich freue mich persönlich sehr darüber, denn dieses Arbeitsfeld des NABU ist nun zu einem Selbstläufer geworden. Als weiteren Schritt sieht der NABU beispielsweise die Möglichkeit einen "Baumfonds" einzurichten. Aus diesem könnten auf Anfrage Pflegemaßnahmen an Privatbäumen bezuschusst werden, sofern die Eigentümer nicht in der Lage sind diese Kosten selbst zu tragen.
Auch mit Hinblick auf die geplante Landesgartenschau 2020 ist die Baumschutzsatzung ein wichtiger Baustein für eine dem entsprechende Stadtplanung.
Der NABU wünscht allen Beteiligten viel Erfolg bei der Umsetzung!
Mit freundlichen Grüßen,
Detlef Koch
23.07.2010
Der Uhu in Überlingen
Photo: D.Koch
Überlingen ist um eine Sensation reicher. Schon im Winter 2009/2010 waren die schaurig schönen Rufe des Uhus von den Überlinger Stadtdächern zu hören. Zur großen Überraschung vieler kam es zu einer erfolgreichen Brut und der Jungvogel verließ Ende Juni den Nistplatz.
Photo: D.Koch
Wie bei Eulen und Greifvögeln üblich hielt der Jungvogel sich einige Tage am Boden, auf Ästen in Bäumen oder in geringer Höhe in der Felswand auf. In dieser Zeit - die so genannte Ästlingszeit - ist der Jungvogel vielen Gefahren ausgesetzt. Die Altvögel beobachten den Sprössling rund um die Uhr.
Photo: D. Koch
Dankenswerter Weise hat die Stadt Überlingen richtig reagiert und den Jungvogel durch eine Absperrung geschützt.
Sie können den Uhu am besten kurz vor Einbruch der Dämmerung mit einem Fernglas rund um den Gallerturm beobachten. Bitten nehmen Sie Abstand vom Gebrauch von Taschenlampen oder Blitzgeräten! Wie alle Eulen ist der Uhu sehr lichtempfindlich!
Bei Fragen zum Thema dürfen Sie sich gerne an unsere Geschäftsstelle wenden.
Übrigens, die Fotografin Elke R. Tomsen hat die ersten Flugversuche des jungen Uhu's dokumentiert. Ihre Bilder vom Uhu können Sie unter dasphoto.info ansehen oder beziehen.
Mit dem Uhu haben NABU und LBV im Jahre 2005 einen Eulenvogel zum Vogel des Jahres gekürt, der wie kaum eine andere Art auch für Erfolge im Artenschutz steht. Die hierzulande fast ausgerottete größte europäische Eule kommt dank gezielter Artenhilfsprogramme heute wieder bundesweit vor. Trotz der vielerorts stabilen Bestände ist die Population dieses nachtaktiven Greifvogels allerdings regional rückläufig und nimmt der Bruterfolg ab , ohne dass die Ursachen hierfür bekannt seien. Auch wenn sich das Blatt insgesamt gewendet habe, ist der Uhu bis heute besonders schutzbedürftig.
Name und Verwandtschaft Die Gattung Bubo umfasst in Europa zwei Arten: Den namensgebenden europäischen Uhu (Bubo bubo) und die nordeuropäische Schneeeule. Letztere wird erst seit kurzem aufgrund genetischer Untersuchungen als Bubo scandicus in eine Gattung mit dem Uhu eingeordnet. Das deutsche "Uhu" ist lautmalerisch vom zweisilbigen Balzruf des Uhus abgeleitet, ebenso die lateinische Artbezeichnung "Bubo" und die meisten mundartlichen Bezeichnungen im deutschen Sprachraum (Bubu, Schuhu etc.).
Kennzeichen Schon seine Körpergröße von rund 70 Zentimetern und seine Spannweite von bis zu 180 Zentimetern, die massige Gestalt und der dicke Kopf machen den Uhu fast unverwechselbar. Mit seinem in hellen und dunklen Brauntönen gemusterten Gefieder ist er trotz seiner Größe stets bestens getarnt. Der weiße Kehlfleck ist nur bei rufenden Tieren sichtbar.
Lautäußerungen Im großen Lautrepertoire des Uhus ist der weittragende Balzgesang am bekanntesten: das zweisilbige "buhoo" des Männchens und das hellere "uhju" des Weibchens. Als Alarmruf wird ein dem Graureiher ähnliches "gräck" ausgestoßen. Jungvögel betteln ab einem Alter von vier bis fünf Wochen mit lautem, heiseren Schnarren.
Nahrung Der Uhu ist Nahrungsopportunist, also nicht wählerisch: Sein Beutespektrum reicht von Feldmäusen, Ratten und Igeln über Kaninchen und Feldhasen bis zu Vögeln von Singvogel- bis Bussardgröße. Gelegentlich werden sogar Fische oder Amphibien erbeutet.
Lebensraum Der Uhu besiedelt als Offenland-Jäger offene, reich gegliederte Kulturlandschaften mit einem kleinräumigen Mosaik aus verschiedenen landwirtschaftlichen Nutzungsformen, Heckenzügen und Feldgehölzen. Ausgedehnte Waldgebiete und Agrarsteppen werden gemieden.
Fortpflanzung Der Uhu ist in Mitteleuropa überwiegend Felsbrüter. Steinbrüche sind ein wichtiger Sekundär-Lebensraum geworden. Wo Brutmöglichkeiten an Felsen fehlen, kommen auch Baum- und vor allem Bodenbruten vor - regional zum Teil gehäuft, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein. Die Paarbildung erfolgt während der Herbstbalz im Oktober und November. Bruten werden meist im März, zum Teil auch schon im Februar begonnen. Nach einer Bebrütung von 34 Tagen schlüpfen ein bis drei, in seltenen Fällen auch vier oder gar fünf Jungvögel. Sie sind mit etwa zehn Wochen flugfähig, verlassen das Nest aber bereits Wochen zuvor und zerstreuen sich in der Umgebung des Brutplatzes. Auch nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch lange versorgt, bis sie im August schließlich selbstständig sind.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Uhu - Vogel des Jahres 2005
01.05.2010
Naturdenkmäler an der Birnau
An den Naturdenkmälern an der Birnau wurde endlich mit den Pflegearbeiten begonnen. Allen, die dazu beigetragen haben – im besonderen aber dem Priorat der Klosterkirche Birnau – sei dafür gedankt. Begonnen wurden die Arbeiten an der östlichen Baumgruppe. 356 Bürger folgten dem Aufruf zum Erhalt der Baumgruppe.
Die Arbeiten an den Bäumen werden in der Seilklettertechnik (SKT) durchgeführt. Der Baumpfleger bewegt sich mittels Seil im Baum und kann so nahezu jeden Punkt ereichen. Nach Möglichkeit werden die Schnitte an den Ästen mit der Handsäge durchgeführt. Bei ganz großen Ästen kommt die Motorsäge zum Einsatz. Es dauert nicht mehr lange und die Baumpfleger haben ihre Arbeit abgeschlossen. Dann können die hässlichen Bauzäune an der Birnau wieder verschwinden.
